Das Auge von Tirol – Samarangersee 2021

Im Juni, beim Schmökern in Tauchjournalen, wie den bekannten „VDST Sporttaucher“ aber auch im „divemaster“, ist mir dieses Jahr besonders die Empfehlung zum Fernstein- und Samarangersee aufgefallen. Von einem Bergkristall der Alpen wurde hier berichtet. Klar, kristallklar sollen beide Gewässer sein. Das hat mich und meinen Tauchbuddy sofort angesprochen, um dieses einmal selbst zu erleben.

Die beiden Seen liegen direkt am Fernsteinpass in direkter Umgebung zum Zugspitzmassiv. Für eine Tauchgenehmigung muss jeder Taucher mindestens zwei Nächte im Hotel Schloss Fernsteinsee buchen. Das Hotel befindet sich direkt an der Fernsteinpass-Straße in Sichtweite zum See. Die Infrastruktur, wie Taucheinstiege, Trockenraum, Füllstation sind für Taucher hervorragend angelegt. Mit ein „Tauchparadies der Alpen“ wird am Straßenrand geworben. Es wird sehr auf Nachhaltigkeit geachtet: nur erfahrene Taucher mit sehr guter Tarierfähigkeit dürfen ins Gewässer. Weiterhin sind maximal 6 Taucher zum gleichen Zeitpunkt im Samarangersee erlaubt. Diese Grenze wird durch Listen in der Rezeption des Hotels sichergestellt.   

Am Freitag, dem Tag unserer Anreise hatten wir leider zum Zeitpunkt unseres Ausflugs nicht viel Glück mit der Sicht im Fernsteinsee. Auch an alternativen Einstiegsstellen wurde es nicht besser. Am Samstag morgen waren wir mit einer der ersten Taucher im Samarangersee. Hier haben sich unsere Erwartungen wahrlich übertroffen. Für einen Bergsee ist der See recht klein und mit seinen knapp 15m nicht sehr tief, dafür aber kalt. Ganzjährig sind Temperaturen, um die 6 Grad zu erwarten. Berichte über seine Flora haben uns ehrfürchtig gemacht. Mystisch und Jahrtausende alte Baumformationen, dessen Oberflächen durch einfache Berührungen zerstört werden können und Jahrzehnte brauchen, um sich wieder zu erholen. Da passt man ganz genau auf, besonders mit den Flossen, wo man dahinschwebt. Es hat etwas wie ein Gang durchs Museum, nur eben unter Wasser. Ein besonderes Highlight wurde uns vor dem Tauchgang von einem anderen Taucher beschrieben – das Auge von Tirol. Eine freiliegende Baumwurzel, welche der Form nach an ein Auge erinnert. Nach 35min waren wir dann auch schon einmal herum. Aber es war uns nicht genug. Nochmal zur Mitte des Sees und das Panorama genießen. Unglaublich aber war, die Sicht macht es möglich – phänomenal.

Da die Sicht am Fernsteinsee nicht unseren Erwartungen entsprach haben wir uns für den Nachmittag entschlossen zum nahegelegenen Blindsee zu fahren. Hier konnten wir in aller Ruhe neue Ausrüstungen austesten. Die 3 Tauchplattformen geben hierfür optimale Bedingungen.

Für den Sonntag morgen haben wir uns dann doch nochmal zum Abschied für den Samarangersee entschieden. Tim aus den Niederlanden hat uns bereits am Vorabend angesprochen, ob er uns begleiten darf. Nachdem man sich am Abend beim Bier genauer kennenlernte, stand dieser Anfrage nichts im Wege. So konnten wir nochmal zu dritt bei tollem Sonnenschein einen weiteren Tauchgang erleben. Mit den Lichtspielen der Sonne gewinnt dieser märchenhafte See nochmal mehr an Reiz. Ich denke mal, ein muss für jeden Unterwasserfotografen!

Viel Spaß mit den Bildern und kommt gerne auf uns zu, um mehr Informationen zu erhalten.

Euer Chris & Dirk

Literaturhinweis:

  • VDST Sportaucher Ausgabe 03/2021
  • Divemaster Ausgabe 109 (Juli/August/September 2021)